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Perenčević, Leni

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Leni Perenčević studierte von 2003 bis 2009 Neuere und Neueste Geschichte, Europäische Ethnologie und Südslavische Philologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Philosophischen Fakultät der Universität Zagreb, Kroatien.
Von 2005 bis 2006 war sie studentische Hilfskraft in der Bibliothek des Slavischen Seminars, seit  2007 ist sie als studentische Hilfskraft im Johannes-Künzig-Institut für ostdeutsche Volkskunde beschäftigt, wo sie mit der Digitalisierung des Tonarchivs sowie der digitalen Archivierung des Nachlasses von Bruno Schier betraut ist.
Im Juni 2009 legte sie das Magisterexamen mit einer Arbeit zur historiographischen Aufarbeitung der Geschichte der Jugoslawiendeutschen in Kroatien und Serbien seit der Wende 1989 ab.
Seit Oktober 2009 ist sie Stipendiatin des Promotionskollegs „Geschichte und Erzählen“.


Dissertationsprojekt

Geschichte neu erzählen. Die Jugoslawiendeutschen in Historiographie, Literatur und öffentlicher Erinnerung in Kroatien und Serbien seit der Wende.


Mit dem Zerfallsprozess des sozialistischen Jugoslawien begannen auch dessen Mythen zu bröckeln, wobei besonders der Zweite Weltkrieg einer völligen Neubewertung unterzogen wurde. Zu den vielen Tabus der Geschichte, die seit der Wende gebrochen wurden, gehört die Aufarbeitung von Flucht, Vertreibung, Internierung und Enteignung der deutschen Minderheit durch die kommunistischen Machthaber.
Ziel der Dissertation ist es, am Beispiel der Aufarbeitung der Geschichte der Jugoslawiendeutschen dem Wandel im kollektiven Gedächtnis der Kroaten und Serben nachzugehen. Dabei werden drei Ebenen analysiert und ihr Zusammenwirken untersucht: Zunächst wird die kroatische und serbische Historiographie in den Blick genommen. Welche Tabus werden von den Historikern gebrochen, welche tradiert? Stehen kroatische und serbische Historiker in einem konstruktiven Austausch, um ein schwarzes Kapitel gemeinsamer Geschichte aufzuarbeiten, oder wird der geschichtswissenschaftliche Diskurs um die Jugoslawiendeutschen als weiterer Austragungsort des kroatisch-serbischen Antagonismus missbraucht? Welche Erklärungen bieten die Historiker zu dem in ihren Gesellschaften besonders aktuellen Thema Zwangsmigration? Im zweiten Themenkomplex wird der Frage nachgegangen, ob kroatische und serbische Literaten möglicherweise eine Vorreiterrolle bei der Aufarbeitung der Geschichte der Jugoslawiendeutschen gespielt haben, wie dies für andere heikle Geschichtsthemen bereits gezeigt wurde. Fungierte die Literatur als „Langzeitgedächtnis“ der kroatischen und serbischen Gesellschaft, in der das Schicksal der deutschen Minderheit lange verschwiegen wurde? Schließlich soll mit kulturwissenschaftlichen Methoden und Fragestellungen der Diskurs um die Jugoslawiendeutschen in der öffentlichen Erinnerung analysiert werden. Im Sinne einer Oral History werden Feldforschungen und Interviews in ehemals deutschen Siedlungen durchgeführt. Was wissen die heutigen Bewohner über die Jugoslawiendeutschen und ihre Geschichte? Welche Rolle spielt der Zweite Weltkrieg für ihre Biographie? Wo wurden Spuren deutschen Lebens bewusst vernichtet, wo gepflegt? Auch die Aktivitäten der Donauschwaben und ihrer Verbände sollen durch die Untersuchung ihrer Erinnerungsorte und ihrer Publikationen in den Blick genommen werden. Dadurch, dass der nationale Rahmen verlassen wird und verschiedene Akteure des öffentlichen Diskurses in Deutschland, Österreich, Kroatien und Serbien berücksichtigt werden, schließt sich die Dissertation einem übergeordneten Forschungszusammenhang an: Wie werden Flucht und Vertreibung europäisch erinnert?
 

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